Zweierlei Maß?
Jean-Claude Capanna wurde hart von den DGL-Verantwortlichen für seine kurzfristige Absage am Rückrunden-Kampftag kritisiert (GnP berichtete). Von einer einjährigen Sperre ist nun die Rede. Deshalb kam er jetzt zu Wort und entkräftete das Ganze: „Ich möchte Stellung zu dem Interview der DGL Verantwortlichen nehmen.
1. 2011 war unser erstes Jahr in der DGL. Wir waren an beiden Kampftagen vor Ort. Am zweiten Kampftag auch nur mit sechs Kämpfern in fünf Gewichtsklassen. Somit stimmt die Aussage, dass wir letzte Saison schon einmal nicht aufgetaucht sind, gar nicht.
2. Das angesprochene GnP-Interview fand zwei Wochen vor dem DGL-Termin statt, wurde aber erst später veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt des Interviews war eine Teilnahme für uns noch zu 100 Prozent klar.
Hier ist der Vorwurf, dass wir zum Zeitpunkt des Interviews schon wussten, dass wir nicht antreten werden, auch reine Spekulation.
3. Am Montag vor dem Wettkampftag mussten wir leider feststellen, dass mindestens die Hälfte der Mannschaft wegen der aktuellen Erkältungswelle und Verletzungen nicht anwesend war. Somit hätten wir drei Gewichtsklassen gar nicht besetzen können. Wie hatten auch keine Reserve mehr um andere aufrücken zu lassen. Im Laufe der Woche ist dann aufgrund weiterer Krankmeldungen eine weitere Gewichtsklasse für uns ausgefallen. Ich habe Franco (De Leonardis) am Dienstag informiert, dass wir nicht antreten können, da wir nicht genug Leute haben. Ich habe selber die letzten zwei Wochen mit einer Erkältung flach gelegen, so dass mich die Hiobsbotschaften per Telefon oder Internet erreichten.
4.Hab am Dienstag noch zwei der verbliebenen Kämpfer, sind beide beim Bund und weiter weg stationiert, bescheid gegeben dass sie Ihre Diät unterbrechen können. Die Jungs hätten nicht gehungert wenn von vornherein klar gewesen wäre das wir nicht antreten werden.
Uns war es absolut egal, ob wir in Finale kommen könnten oder nicht. Wir wollten bei der DGL dabei sein und Erfahrungen sammeln, damit wir im nächsten Jahr stärker antreten können. Dass wir absagen mussten, hat uns auch schwer getroffen und die Enttäuschung und der Frust war sehr groß. Wir haben noch herum telefoniert und versucht, Kämpfer aus anderen Gyms zu rekrutieren, aber leider erfolglos, weil es einfach zu knapp war.
Letzte Saison ist eines der Top-Teams aufgrund der gleichen Problematik im Finale ausgefallen, da wurde nicht so ein Fass aufgemacht. Warum wird jetzt mit zweierlei Maßstäben gemessen? Ich bedaure sehr, dass wir nicht antreten konnten und hoffe, dass die Verantwortlichen ihre harten Worte und ihre Entscheidung noch einmal überdenken.“
Jetzt liegt der Ball wieder bei den Verantwortlichen der DGL. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
