Judoka Thiele gewinnt in London Silber
Es war ein Spiegelbild vom Finale der Judo Europameisterschaften 2009. Auch hier unterlag Kerstin Thiele im Finale gegen die Französin Lucie Décosse und erhielt die Silbermedaille. Drei Jahre später ging es im Olympia-Finale wieder gegen Decosse und wieder wurde ein zweiter Platz daraus. Doch alles in allem, was für ein Erfolg!
Wie bei ihrem männlichen Kollegen Ole Bischof hätte keiner damit gerechnet, dass Thiele es soweit schaffen würde. Bei Bischof waren es die Leistungen im Vorfeld vor Olympia, die einen zweifeln ließen, bei Thiele die hervorragende Konkurrenz. Immerhin ist Decosse nicht nur die Nummer eins der Welt, sondern auch amtierende Weltmeisterin bis 70 Kilogramm. Thiele war trotzdem knapp davor, die Zweite nach Yvonne Bönisch (2004) zu sein, die Gold bei Olympia holt.
Auf dem Weg ins Finale hatte Thiele Chinas Jungstar Chen Fei, die niederländische Mitfavoritin Edith Bosch sowie die zweimalige Vize-Weltmeisterin Anett Meszaros aus Ungarn ausgeschaltet. Dann kam Decosse, der Rest ist jetzt Olympiageschichte.
Die 25-Jährige war Finale gegen die französische Top-Favoritin und Weltmeisterin allerdings chancenlos. Doch Silber war für die immer wieder von Rückschlägen zurückgeworfene Athletin buchstäblich Gold wert.
Dabei hatte Thiele Olympia nach einem schwierigen Jahr 2011 eigentlich schon abgehakt. Zwar hatte die Mattenkämpferin noch im Februar 2011 ihre Klasse mit einem zweien Platz beim prestigeträchtigen Grand Slam in Paris unterstrichen, doch danach begann eine lange Leidenszeit. Zu viele Verletzungen nagten an der Karriere der einstigen U20-Europameisterin. Dann aber schaffte sie es im letzten Moment doch noch, auf den Zug Olympia aufzuspringen. Auch hier gab es die Parallele zu Bischof, der erst im letzten Moment die Quali für Olympia schaffte. Beide holten Silber, beide sind die Gewinner des DJB.
